Sonett
Gustav Schwab · 1792–1850
15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Mit Uebersendung von Flemmings Gedichten an ein Paar im Dörflein Winzerhausen.Mein Flemming! dich, auf Reisen wohlerfahren,Auch heute send’ ich dich auf eine Reise,Wenn du noch sängst, zu dieser Wand’rung Preise,Fürwahr, nicht würdest du die Stimme sparen.
Im Maienmond, von dem in jungen JahrenDu trunken sangest fast in jeder Weise,Durchwanderst du das Land in stetem KreiseVon ros’gen Bäumen, Reben, Blumenschaaren.
Umringt von grauen Burgen, süßer MahnungAn deine Zeit, begrüßt dich Winzerhausen,Und füllt dein Dichterherz mit Herbstesahnung.
Und, o wie ließest du dein Brautlied schallen,Sähst du zur dichten Rebenlaube draußenEin selig Paar im Abendlichte wallen!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 121, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Sonett (Schwab)“, Fassung 3.575.569 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.