Zum Inhalt springen
Versbuch

Der Lenz

Karl Streckfuß · 17781844

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1804

Ein junger Lenz prangt auf der Flur umher,Ein reges Leben dringt aus allen Zweigen,In frohem Jubel seh’ ich Lerchen steigenUnd bade mich in lauer Lüfte Meer.

Zum Himmel schwingt der Geist sich hoch und hehr,Dem alle Wonnen sich vom Himmel neigen.Des Frühlings lachende Gestalten zeugenEin schönes Seyn, von jeder Sorge leer.

Bald aber senkt der Lenz sein Haupt darnieder,Nach Sommers Schwüle, nach des Herbstes Kraft,Erstarrt die Flur im Winter schauderhaft.

Dann kehr’ ich fröhlich in mein Innres wieder,Da lacht ein Lenz, erzeugt vom Gott der Lieder,Der ewig kräftig junge Blumen schafft.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 48, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Lenz“, Fassung 4.640.952 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Karl Streckfuß

Alle Gedichte von Karl Streckfuß ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Romantik

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.