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Versbuch

Nachruf

Gustav Schwab · 17921850

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Nur Eine laß von deinen Gaben,Verschwundne Liebe, mir zurück!Nicht deine Freuden will ich haben,Nicht dein beseligendes Glück.

O schenke nur den Schmerz mir wieder,Der so gewaltig mich durchdrang,Den tiefen Sturm der Klagelieder,Der aus der wunden Brust sich schwang!

Ich will ja nicht ein fröhlich Zeichen,Auch keinen Blick, kein freundlich Wort;Nur nicht so stille laß mich schleichen,Aus dieser Ruhe treib mich fort!

Laß deine Wehmuth mich erfüllen,Flieh weit, doch zieh mein Herz dir nach!Gieb mir den Durst, der nie zu stillen,Gieb mir dein Leiden, deine Schmach!

Dein Seufzen, deine Last, dein Sehnen,Was andre nur an dir verschmähn –O gieb mir Alles, bis mir ThränenIn meinen trocknen Augen stehn!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 27–28, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „Nachruf“, Fassung 1.334.322 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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