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Versbuch

Als Herr Künzel neulich bat

Clemens Brentano · 17781842

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1968

Schuldig ihm kein Blatt zu bleiben,O da fand ich freilich Rat,Braucht’ mir nicht die Stirn zu reiben:Für ein Blatt von FreiligrathKonnt’ ich ihm gleich sechse schreiben;Gern um einen Pfeil ich batNach so reiner Sonnenscheiben;Tanzt’ auch auf dem Seil ich grad,Wollt’ ich balancierend bleiben,Schrieb auch keine Zeil’ ich grad,Ließ doch meinen Kiel ich treiben,Kläng’ es auch langweilig fad,Wollt’ ich doch sechs Blätter schreiben,Für ein Blatt von Freiligrath.Aber dabei soll’s auch bleiben,Denn, weil ich zu eilig tat,Mich sechsfach einzuverleiben,Sah ich, daß Herr FreiligrathSein Gedrucktes ab kann schreiben;Ein gedrucktes Blatt ist seines,Dies von meinen Sechsen eines,Weiter kriegt Herr Künzel keines.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Werke. Band 1, Seite 623-624, Carl Hanser Verlag, München, 1968
Digitalisat
de.wikisource.org — „Als Herr Künzel neulich bat“, Fassung 3.779.884 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Clemens Brentano starb 1842; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1912 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118515055 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.