Erdenkrieg und Himmelsfrieden
Gustav Schwab · 1792–1850
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Es blickt der Erden Antlitz unverdrossenJahrtausende hinauf zur Himmelsau,Hinein ins friedlich unbefleckte Blau;Und hat doch tausend Ströme Bluts vergossen.
Der Aether hält die Kämpfende umschlossen,Die Winde säuseln „Ruhe“ lind und lau,Und auf das dunkle, wildempörte GauKommt Sonn- und Mond- und Sternenschein geflossen.
Wann, Erde, wirst du ruhn von deinen Kriegen,Und wann, antwortend, deines Himmels BlickenEin freundlich, friedlich Aug’ entgegen schicken?
Wo nicht, so kehr’ dein Angesicht vom Himmel,Im Glanz der Hölle lichte dein Getümmel,Und laß in ihrem Arm dich drunten wiegen!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 21, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Erdenkrieg und Himmelsfrieden“, Fassung 1.511.258 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.