Zum Inhalt springen
Versbuch

Des Baches Wiegenlied

Wilhelm Müller · 17941827

30 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Gute Ruh’, gute Ruh’!Thu’ die Augen zu!Wandrer, du müder, du bist zu Haus.Die Treu' ist hier,Sollst liegen bei mir,Bis das Meer will trinken die Bächlein aus.

Will betten dich kühl,Auf weichem Pfühl,In dem blauen krystallenen Kämmerlein.Heran, heran,Was wiegen kann,Woget und wieget den Knaben mir ein!

Wenn ein Jagdhorn schalltAus dem grünen Wald,Will ich sausen und brausen wohl um dich her.Blickt nicht herein,Blaue Blümelein!Ihr macht meinem Schläfer die Träume so schwer.

Hinweg, hinwegVon dem Mühlensteg,Böses Mägdlein, daß ihn dein Schatten nicht weckt!Wirf mir hereinDein Tüchlein fein,Daß ich die Augen ihm halte bedeckt!

Gute Nacht, gute Nacht!Bis Alles wacht,Schlaf’ aus deine Freude, schlaf’ aus dein Leid!Der Vollmond steigt,Der Nebel weicht,Und der Himmel da oben, wie ist er so weit!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 21-22, B. Behr, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Des Baches Wiegenlied“, Fassung 3.467.118 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Wilhelm Müller

Alle Gedichte von Wilhelm Müller ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Romantik

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.