An August Grafen von Platen
Gustav Schwab · 1792–1850
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Nimm hin den Dank, wie du mein Herz erfrischet!Das war kein Mahl aus Orients fremder Küche;Das mundet anders, als die kalten Sprüche,Die der Hyperbeln Würze heiß gemischet!
Wein, lautern Wein hast du mir aufgetischet,Erzogen auf durchsonntem Steingebrüche,Glüht er im Kelch, dampft auf in Wohlgerüche,Und schäumt, daß ihn kein Tadel überzischet.
Im Innersten hab’ ich’s bekennen müssen:Du bist, du bist der heil’gen Sänger Einer,Vor deren Geist der meinige sich beuget.
Ja, selig ist die Lust, die schafft und zeuget;Doch eine – heut empfind’ ich’s – ist nicht kleiner:Die Lust, begabt’re Geister zu begrüßen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 128, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An August Grafen von Platen“, Fassung 1.526.370 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.