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Versbuch

Frühlingsmorgenlied

Gustav Schwab · 17921850

28 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Viel erwart’ ich gar von euchFrischen Morgenlüften,Viel von dir, du WaldgesträuchMit den Lenzesdüften.

Erstlich sollt ihr meine Brust,Die erkrankte, heilen,Sollt ihr neue Lebenslust,Neue Kraft ertheilen.

Und wenn dieses ist geschehn,Möcht’ ich doch nicht leben,Wenn nicht euer Duft und WehnBess’res wollte geben.

Dichters Brust hat nicht genugAn gesundem Hauchen,Will, aus jedem AthemzugSoll ein Lied ihr tauchen.

Solche Lieder, Morgenwind!Sollst du in ihm wecken,Die mit junger Saat geschwindSeine Lippen decken.

Und du Duft von Blum’ und Laub,Sollst dich d’rauf ergießen,Daß mit zartem BlüthenstaubSie befruchtet sprießen.

Bis ihm wird die frohe BrustGanz genesen wallen,Und das reife Lied mit LustVon der Lippe fallen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 85–86, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „Frühlingsmorgenlied“, Fassung 2.333.394 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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