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Versbuch

Maria mit dem todten Jesus auf dem Schooß

Gustav Schwab · 17921850

15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Nach einem Bilde.So hielt ich dich, ein zartes Kind, umfangen,Das erste Lächeln blüht’ auf deinem Munde,Und sanft gehoben aus des Herzens GrundeTrat dir das Blut erröthend in die Wangen.

Sie sind erbleicht: ihr junges Blut vergangen,Es strömt versöhnend aus der Seitenwunde,Das letzte Lächeln stirbt auf deinem Munde,In deinem Blick das himmlische Verlangen.

Und mitten doch in allem Weh und Leide,In deinen Schmerzensanblick tief verloren,Quillt mir ein sanftes Licht in meinem Herzen.

Es faßt mich eine mütterliche Freude,Mir wird, als hätt’ ich dich in süßen SchmerzenJetzt eben erst für’s Heil der Welt geboren.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 22, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „Maria mit dem todten Jesus auf dem Schooß“, Fassung 1.511.259 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.