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Versbuch

Fünftes Fragment

Karl Streckfuß · 17781844

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1804

Aber horch! es rauscht wie leise Tritte — Was naht sich?Kommt zur Thüre? was klopft zierlichen Fingers daran?Welche holde Gestalt? Willkommen, lieblicher Knabe,Haben die Götter dich mir, Zarter, zum Troste gesandt?Bist du ein Göttlicher selbst? Wie Ganimedes erscheinst du —Bist du Amor? o sprich, öffne den rosigen Mund.Und ein Flötenlaut ertönt: „Du Lieber, nicht AmorBin ich, aber er folgt eiligen Trittes mir nach.”Wie, Amanda, Geliebte? zum holden Knaben verwandelt?Du, o Gütige, führst selber den Amor mir zu?Sey vom Danke gegrüßt, dem heißen — Ach! jegliche WonneFolget der Liebenden nach, eilet dem Liebenden zu.Mag der Donner nun tosen und schreckliche Blitze sich zacken,Mag der Regen und mag rauschen der Hagel herab,Heimlich ist es und sicher in deinen Armen. Es mehretDraußen die stürmische Wuth gütig der Liebenden Lust,Wohl mir Glücklichen! ach, dein Kuß erhebt mich zum Himmel,In Elysiens Hain irr’ ich ein seeliger Gott —Fliegt, woher ihr gesandt, zurück, ihr glühenden Küsse,Zu den Göttern, und bringt ihnen den glühenden Dank,Viele senden wir noch euch nach der holden Gefährten,Amor und Venus, sie freun sich der muthwilligen Schaar.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 121–122, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
Digitalisat
de.wikisource.org — „Fünftes Fragment“, Fassung 2.309.088 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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