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Versbuch

Dichterwehen

Gustav Schwab · 17921850

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Weiß ich, was ich thu’ und will?Wird mir doch so wohl und still!Regt sich’s doch in meinem Herzen,Halb von Freude, halb von Schmerzen!

Liebt’ ich nicht so fest und treuOhne Rast und ohne Reu’,Glaubt’ ich, daß sich meine SeeleJetzt ein neues Lieb erwähle!

Wenn ich wär’ ein Blumenbeet,Glaubt’ ich, Lenz käm’ angeweht,Und ein Treiben und ein TräumenSey’s von Knospen und von Keimen.

Wenn ich gar ein Mägdlein wär’,Freut’ und ängstigt’ ich mich sehr,Denn ich meint’, ein zweites LebenThät’ mir unterm Herzen beben!

Nun, ich bin ein fester Mann!Was es doch wohl werden kann?Ja mir däucht, ich sey genesen –Ei, es ist ein Lied gewesen!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 77–78, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „Dichterwehen“, Fassung 1.334.775 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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