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Versbuch

Wohin?

Wilhelm Müller · 17941827

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Ich hört’ ein Bächlein rauschenWohl aus dem Felsenquell,Hinab zum Thale rauschenSo frisch und wunderhell.

Ich weiß nicht, wie mir wurde,Nicht, wer den Rath mir gab,Ich mußte gleich hinunterMit meinem Wanderstab.

Hinunter und immer weiter,Und immer dem Bache nach,Und immer frischer rauschte,Und immer heller der Bach.

Ist das denn meine Straße?O Bächlein, sprich, wohin?Du hast mit deinem RauschenMir ganz berauscht den Sinn.

Was sag’ ich denn von Rauschen?Das kann kein Rauschen sein:Es singen wohl die NixenDort unten ihren Reihn.

Laß singen, Gesell, laß rauschen,Und wandre fröhlich nach!Es gehn ja MühlenräderIn jedem klaren Bach.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 5-6, B. Behrs, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wohin“, Fassung 2.205.155 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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