An Maria del Caro
Karl Streckfuß · 1778–1844
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1804
Kamst du vom Himmel, schöne Luftgestalt?Bist du aus lichtem Aethersduft gewoben?Du strebst zurück — dein Auge blickt nach oben,Es eilt dein Fuss — die Harmonie verhallt,
O fliehe nicht! Mit magischer GewaltHast du zum Himmel jedes Herz erhoben,Der schweren Erde Massen sind zerstoben,Von goldnen Wolken ist der Sinn umwallt.
Der Vorhang fällt — die süssen Wunder schwinden,Der Traum entflieht — erwachend staunt der Blick,Und schwerer wird der Geist das Leben finden;
Doch ewig bleibt uns deine Spur zurück.Die Bürde, die du selber uns gegeben,Hilft sie uns tragen und versüßt das Leben.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 61, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An Maria del Caro“, Fassung 4.640.940 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.