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Versbuch

An Johannes Lämmerer

Justinus Kerner · 17861862

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Wie einst Hans Sachs in seiner frommen SitteManch Lied auf armer Schustersbank gesungen,So ist auch dir manch frommes Lied gelungenAm Weberstuhl in armer, stiller Hütte.

Leicht hüpfend ist dein Schifflein da gesprungenIn Melodien durch der Fäden Mitte.Gleich Harfenlaut hat’s oft nach deinem TritteNoch mitternachts in dem Geweb’ erklungen.

Zwar außen arm, doch innen reich, geborgen,Sprichst du: „Gott weiß, warum er mein GewebeMit Tönen nur, und nicht mit Gold durchwoben.

Bald reißt es ab! Dann kommt der goldne Morgen,Wo ich verklärt aus armer Hülle schwebe,Im reichsten Schmuck, der Sylphe gleich, nach oben.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Zwei Dichter-Lebensbilder vom Welzheimer Wald : Justinus Kerner, Johannes Lämmerer, S. 82, Süddeutsche Buchdruckerei- u. Verlagsges. m. b. H., Stuttgart/Welzheim, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Johannes Lämmerer“, Fassung 1.563.139 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Justinus Kerner starb 1862; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1932 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118561545 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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