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Versbuch

[Waldgespräch]

Joseph von Eichendorff · 17881857

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1815

Es ist schon spät, es wird schon kalt,Was reit’st Du einsam durch den Wald?Der Wald ist lang, Du bist allein,Du schöne Braut! ich führ’ Dich heim!

„Groß ist der Männer Trug und List,Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,Wohl irrt das Waldhorn her und hin,O flieh’! Du weißt nicht, wer ich bin.“

So reich geschmückt ist Roß und Weib,So wunderschön der junge Leib,Jetzt kenn’ ich Dich – Gott steh’ mir bey!Du bist die Hexe Lorelay.

„Du kennst mich wohl – von hohem Stein,Schaut still mein Schloß tief in den Rhein.Es ist schon spät, es wird schon kalt,Kommst nimmermehr aus diesem Wald!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Ahnung und Gegenwart. Ein Roman, S. 285f., Schrag, Nürnberg, 1815
Digitalisat
de.wikisource.org — „Waldgespräch“, Fassung 2.907.369 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joseph von Eichendorff starb 1857; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1927 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118529390 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.