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Versbuch

Der Unbeständige

Karl Streckfuß · 17781844

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1804

Mein Herz ist nicht mehr dein, — der reizenden NannetteGehört es jetzt — Elmire, zürne nicht!Wenn gegen Amors Macht ich mich empöret hätte,Was hälf’ es dir, da mir’s an Kraft gebricht.

Er führt mein Herz mit nimmer müdem FlügelHin durch die ganze weite Welt,Durch Stadt und Land, hoch über Thal und Hügel,Wie’s seinem Eigensinn gefällt.

Bald bringt er dir’s vielleicht zurück, Elmire,Doch raht’ ich dir, vertraue nichtDer Wahrheit dann und Dauer meiner Schwüre,Wenn Treue dir mein Mund verspricht.

Denn nirgends läßt Cupid mein Herz verweilen,Ja, er versteht, so wahr ich bin,Wenn’s ihm beliebt recht künstlich es zu theilen,Und giebt zugleich es mehrern Schönen hin.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 70 - 71, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Unbeständige“, Fassung 4.645.510 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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