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Versbuch

April

Wilhelm Müller · 17941827

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Leichtsinnig, launig, neckisch, ausgelassen,Wandl’ ich in jeder Stunde Leib und Sinn:Kaum weiß ich selbst, wie ich beschaffen bin,Wie sollen mich die fremden Leute fassen?

Hier werf’ ich einen Schneeball durch die Gassen,Dort schweb’ ich blau in jungen Düften hin,Bald streich’ ich sanft der Schönen weiches Kinn,Bald sagen sie, ich wäre grob im Spaßen.

Gern wollt’ ich dir noch Vieles von mir sagen,Doch drückt mich des Sonettes enges Band,Das mir die Muse um den Mund geschlagen.

Sie sprach: Ich kenne dich als ungezogen,Und jener Herr hat in dem welschen LandDer besten Sitt’ als Kavalier gepflogen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Gesamtausgabe bearbeitet von James Taft Hatfield. Seite 56, B. Behr’s Verlag, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „April (Müller)“, Fassung 2.204.322 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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