Actäon
Karl Streckfuß · 1778–1844
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1804
Diana hat dem Quell sich hingegeben,Sanft nickt auf sie der Büsche Schatten nieder,Aus jungen Zweigen tönen leise Lieder,Und alles ruht in wundersüßem Leben.
Was sterblich ist, entweicht mit heil’gem Beben,Actäon nur kehrt kühnen Frevels wieder,Und lüstern schaut er auf die schönen Glieder,Die durch der Fluthen schnelle Kreise streben.
Doch Phoebe sieht’s, und ihren Zorn zu stillen,Gebeut sie schnell: Sey, Frevler, umgestaltetZum scheuen Wilde für dein kühnes Wagen.
Nie darf dem Blick das Höchste sich enthüllen.Der Sterbliche soll kühn, doch unentfaltetIn seines Herzens Heiligthum es tragen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 17–18, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Actäon“, Fassung 4.640.903 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.