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Versbuch

Eifersucht und Stolz

Wilhelm Müller · 17941827

12 Zeilen · zuerst gedruckt 1906

Wohin so schnell, so kraus, so wild, mein lieber Bach?Eilst du voll Zorn dem frechen Bruder Jäger nach?Kehr’ um, kehr’ um, und schilt erst deine MüllerinFür ihren leichten, losen, kleinen Flattersinn.Sahst du sie gestern Abend nicht am Thore stehn,Mit langem Halse nach der großen Straße sehn?Wenn von dem Fang der Jäger lustig zieht nach Haus,Da steckt kein sittsam Kind den Kopf zum Fenster ’naus.Geh’, Bächlein, hin und sag’ ihr das, doch sag’ ihr nicht,Hörst du, kein Wort, von meinem traurigen Gesicht;Sag’ ihr: Er schnitzt bei mir sich eine Pfeif’ aus Rohr,Und bläst den Kindern schöne Tänz’ und Lieder vor.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 15, B. Behr, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Eifersucht und Stolz“, Fassung 2.205.245 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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