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Versbuch

Pause

Wilhelm Müller · 17941827

18 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Meine Laute hab’ ich gehängt an die Wand,Hab’ sie umschlungen mit einem grünen Band —Ich kann nicht mehr singen, mein Herz ist zu voll,Weiß nicht, wie ich’s in Reime zwingen soll.Meiner Sehnsucht allerheißesten SchmerzDurft’ ich aushauchen in Liederscherz,Und wie ich klagte so süß und fein,Meint’ ich doch, mein Leiden wär’ nicht klein.Ei, wie groß ist wohl meines Glückes Last,Daß kein Klang auf Erden es in sich faßt?

Nun, liebe Laute, ruh’ an dem Nagel hier!Und weht ein Lüftchen über die Saiten dir,Und streift eine Biene mit ihren Flügeln dich,Da wird mir so bange und es durchschauert mich.Warum ließ ich das Band auch hängen so lang’?Oft fliegt’s um die Saiten mit seufzendem Klang.Ist es der Nachklang meiner Liebespein?Soll es das Vorspiel neuer Lieder sein?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 13-14, B. Behrs, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Pause“, Fassung 2.206.588 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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