Der Weihnachtsbaum
Ernst Moritz Arndt · 1769–1860
32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1860
Steht er da der WeihnachtsbaumWie ein bunter goldner Traum,Spiegelt Unschuldkinderglück,All sein Paradies zurück.
Und wir schau’n und denken dann,Wie uns heut das Heil begann,Wie das Kindlein Jesus ChristHeut zur Welt geboren ist;
Wie das Kind von HimmelsartLag auf Stroh und Halmen hart,Wie der Menschheit Hort und TrostErdenelend hat erloost.
Also steh’n und schauen wirGottes Lust und Gnade hier:Was uns in dem Kindlein zartAlles heut geboren ward.
Blüh’ denn, leuchte, goldner Baum,Erdentraum und Himmelstraum,Blüh’ und leucht’ in EwigkeitDurch die arme Zeitlichkeit!
Sei uns Bild und sei uns Schein,Daß wir sollen fröhlich sein,Fröhlich durch den süßen Christ,Der des Lebens Leuchte ist.
Sei uns Bild und sei uns Schein,Daß wir sollen tapfer seinAuf des Lebens Pilgerbahn,Kämpfend gegen Lug und Wahn.
Sei uns Bild und sei uns Schein,Daß wir sollen heilig sein,Rein wie Licht und himmelklar,Wie das Kindlein Jesus war.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. Vollständige Sammlung, mit der Handschrift des Dichters aus seinem neunzigsten Jahr. S. 539–540, Weidmannsche Buchhandlung, Berlin, 1860
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Weihnachtsbaum (Arndt)“, Fassung 3.466.726 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Ernst Moritz Arndt starb 1860; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1930 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118504118 der Deutschen Nationalbibliothek.
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