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Versbuch

An einen Greis

Gustav Schwab · 17921850

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Ein halb Jahrhundert lang hast du geleeretDes Weines und der Liebe Freudenbecher;Muthwillig Liebender, unmäß’ger Zecher,Zum Maas hat dich das Alter erst bekehret.

Doch bleibest du, wo Traubenflor sich nähret,Wo Mädchenblüth’, ein lobeswarmer Sprecher,Die Flamme brennt nur ruhiger, nicht schwächer,Ein Feuer, das nur wärmt und nicht verzehret.

So wird, was einst mißfiel an dir, zur Zierde,Als Jugend lebt’s in deinen alten Tagen;Vergebe dir der Himmel deine Fehle:

Uns Menschen rührt so friedliche Begierde,Der groben Hülle hat sie sich entschlagen,Und wandelt nun als Geist durch deine Seele.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 74, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „An einen Greis“, Fassung 1.526.365 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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