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Versbuch

Das Leben, ein Räthsel

Karl Streckfuß · 17781844

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1804

Von keinem je gekannt, doch streng gerichtet,Gehaßt von vielen, und doch werth gehalten,Erschaff’ ich ewig mancherley Gestalten,Die meine Hand im ernsten Spiel vernichtet.

Ich wecke Kämpfe, die ich selbst geschlichtet,Und immer schein’ ich Neues zu entfalten,Doch bleib’ ich unverändert bey dem Alten,Obgleich auf ewig vor mir selbst geflüchtet.

So weiß ich mich in Dunkel zu verhüllen,Das Kleine geb’ ich für’s versprochne Große,Und nie soll Licht den Sterblichen erfreuen.

Doch, daß er mich besaß, soll nie ihn reuen,Ein reiches Kind ruht mir im dunkeln Schooße,Das soll, was ich versprochen, schön erfüllen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 19–20, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Leben, ein Räthsel“, Fassung 4.640.947 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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