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Versbuch

Thema

Wintergedichte: 97 vollständige Texte von 30 Verfassern

Diese Seite sammelt 97 Gedichte, in denen Winter, Schnee, Eis oder Frost vorkommen – das kürzeste mit fünf Zeilen, das längste mit 210. Sie stehen vollständig da, jeweils mit Verfasser und der Druckausgabe, aus der die Fassung stammt. Wer eine Karte beschriften will, findet in der Liste die Zeilenzahl neben jedem Titel und kann danach filtern.

97 Gedichte von 30 Verfasserinnen und Verfassern · davon 17 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Winter

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Was in diesem Winterbestand steht – und wie man daraus wählt

Der Bestand zählt 97 Gedichte von 30 Verfasserinnen und Verfassern. Die Zuordnung zum Thema entsteht aus den Wörtern der Gedichte selbst; sie ist die Ordnung dieser Sammlung und keine Angabe der Druckausgaben, aus denen die Texte stammen. Am häufigsten vertreten ist Rudolf Lavant mit 16 Texten, dahinter Theodor Fontane mit 14 und Joachim Ringelnatz mit zwölf. Louise Otto-Peters steuert neun bei, Gustav Schwab sechs, Rainer Maria Rilke vier, je drei kommen von Georg Heym, Alfred Henschke, Heinrich Heine und Conrad Ferdinand Meyer. Sechzehn weitere Namen stehen mit genau einem Gedicht da. Das ist ein überschaubarer Bestand: Man kann ihn an einem Abend durchsehen.

Siebzehn der 97 Gedichte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus – fünf mit fünf bis acht Zeilen, zwölf mit neun bis zwölf. Kürzer als fünf Zeilen ist hier keines. Aus dieser Gruppe wird eine Karte bedient: Heinrich Heines fünfzeiliges „Mag da draußen Schnee sich thürmen“ aus einer Ausgabe von 1827, Friedrich Rückerts „Wintersonne“ mit acht Zeilen von 1841, Alfred Henschkes „Winterlandschaft“ von 1913 mit neun Zeilen und dem Anfang „Das Hügelland wogt wie ein weißes Meer im Schnee,“, Christian Morgensterns „Morgensonne im Winter“ mit ebenfalls neun, Georg Trakls „Im Winter“ von 1913 mit zwölf und der ersten Zeile „Der Acker leuchtet weiß und kalt.“

Der Median liegt bei 26 Zeilen, die Hälfte des Bestands also darunter. In Zahlen: 22 Gedichte haben 13 bis 20 Zeilen, 27 haben 21 bis 40, weitere 27 haben 41 bis 80, und nur vier überschreiten 80 Zeilen. Für eine Rede oder ein Programmheft ist damit das mittlere Fach das ergiebigste – dort liegen zusammen 49 Texte zwischen 13 und 40 Zeilen, genug zum Vergleichen, wenig genug zum Durchlesen. Wer nach einem bestimmten Umfang sucht, sortiert die Liste nach der Zeilenzahl, statt sich durch die Titel zu arbeiten.

Nur vier Gedichte des Bestands überschreiten 80 Zeilen. Das längste ist „Des Jahres erste Hälfte“ von Louise Otto-Peters mit 210 Zeilen, Ausgabe von 1893, Anfang: „Vorüber sind die Feste!“. Unter den 70 hier aufgeführten Titeln folgen Georg Weerths „Erst achtzehn Jahr“ mit 80 Zeilen, Georg Heyms „Die Heimat der Toten“ mit 74, Louise Otto-Peters’ „Im Erzgebirge“ mit 66 und Rudolf Lavants „Ein Winterbild“ mit 65. Solche Texte liest niemand am Grab oder auf einer Feier vollständig vor. Sie eignen sich zum stillen Lesen, für den Unterricht oder als Steinbruch, aus dem man eine einzelne Strophe nimmt – und dann auch dazuschreibt, dass es eine Strophe ist.

Die Jahreszahl neben jedem Gedicht nennt die Ausgabe, aus der die Fassung übernommen wurde, nicht das Entstehungsjahr. Deshalb reicht die Spanne von 1758 bis 1990, ohne dass ein Gedicht fehlt: Christian Felix Weißes „An einen Bach im Winter“ trägt 1758, Theodor Fontanes „Verse zum Advent“ dagegen 1990 und „An Lischen“ 1979, Rilkes „Wintermorgen“ 1955. Nach Jahrzehnten gezählt liegt der Schwerpunkt in den 1890er Jahren mit 20 Titeln, davor und danach folgen die 1900er mit 14, die 1920er mit 13 sowie die 1880er und die 1910er mit je zehn. Für eine Quellenangabe ist genau dieses Jahr das richtige.

Ein Titel steht hier gelegentlich zweimal, weil zwei Ausgaben ihn führen. Theodor Fontanes „Der erste Schnee“ erscheint mit zwölf Zeilen aus einer Ausgabe von 1905 und noch einmal mit zwölf Zeilen aus einer von 1851; die verzeichneten ersten Zeilen lauten „Herbstsonnenschein. Des Winters Näh’“ beziehungsweise „Die Sonne schien, doch Winters Näh’“ – die Fassungen sind also nicht identisch. Auch „Alles still!“ und „Herbstmorgen“ tauchen doppelt auf, letzteres mit 16 und mit 21 Zeilen. Wer zitiert, nennt deshalb besser die Ausgabe mit, sonst meint die Angabe zwei verschiedene Drucke.

Nicht jede verzeichnete erste Zeile ist ein Vers. Bei Rudolf Lavants „Ein Winterbild“ steht dort „(1889.)“, bei Nikolaus Lenaus „Winternacht“ die Ziffer „1.“, bei Georg Heyms „Die Heimat der Toten“ ein „I.“, bei Georg Trakls „Winterdämmerung“ die Widmung „An Max von Esterle“ und bei Gustav Schwabs „Liebe im Winter“ die Zeile „An Thekla.“ Solche Gedichte gehören zu nummerierten Zyklen oder tragen eine Vorbemerkung. Und die Überschrift im Satz kann von der Titelschreibung abweichen: „Stille Winterstraße“ von Joachim Ringelnatz, elf Zeilen, Ausgabe von 1929, beginnt in der Vorlage mit der Versalzeile „STILLE WINTERSTRASSE“.

Für die Wahl genügt eine Faustregel: Bis zwölf Zeilen passt ein Gedicht auf eine Karte und lässt noch Platz für zwei eigene Sätze. Bis vierzig Zeilen trägt es eine Rede, wenn es am Anfang oder am Schluss steht und nicht in der Mitte verschwindet. Alles darüber will langsam vorgelesen werden, mit Pausen an den Strophengrenzen. Wer kürzt, setzt den Schnitt an eine Strophengrenze, nie mitten in den Satz, und nennt das Ergebnis „aus …“ oder „letzte Strophe aus …“. Das kostet vier Wörter und verhindert den Eindruck, das Gedicht sei von sich aus so kurz gewesen.

Alle Verfasser dieser Seite sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG ist ihr Urheberrecht erloschen. Praktisch heißt das: abschreiben, drucken, in ein Programmheft setzen, vertonen, verkaufen – ohne zu fragen und ohne zu zahlen. Nicht gemeinfrei ist, was jemand später daraus gemacht hat: Eine Übersetzung oder eine bearbeitete Fassung ist ein eigenes Werk mit eigener Frist (§ 3 UrhG). Noch eine Warnung an den Setzer: Die alten Schreibungen bleiben stehen. „Du rauschest, sanfter Bach, auch nicht für Freuden mehr?“ ist die Verbform von 1758, und der Apostroph in „herrscht’s“ gehört zum Druckbild seiner Zeit.