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Versbuch

Mond und Mädchen

Alfred Henschke · 18901928

15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Es kriecht der kahle Mond durch Zweiggeäder,Ob wo im Haus ein Mädchen wohnt,Ein warmes Bett, ein daunenweicher Leib,Es wärmt zur Winternacht sich gern ein jeder …O Mädel, bleib, du schlanke Zeder!

Der Mond tastet am FensterglaseUnd zittert vor Begier und Frost …Das Mädel schlägt ihm vor der NaseDie Läden zu und höhnt: Gib Ruh!Alten Gliedern ziemt nicht junger Most!

Er aber hat den Finger in der Fensterspalte,Ob ihrer Kissen eine Falte er nicht erspähe,Er ihre Blicke, braune Rehe,Über der Brüste SommerhügelZärtlich schreiten sehe.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 48 - 49, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mond und Mädchen“, Fassung 1.167.503 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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