Winterdämmerung
Georg Trakl · 1887–1914
17 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1913
An Max von EsterleSchwarze Himmel von Metall.Kreuz in roten Stürmen wehenAbends hungertolle KrähenÜber Parken gram und fahl.
Im Gewölk erfriert ein Strahl;Und vor Satans Flüchen drehenJene sich im Kreis und gehenNieder siebenfach an Zahl.
In Verfaultem süß und schalLautlos ihre Schnäbel mähen.Häuser dräu’n aus stummen Nähen;Helle im Theatersaal.
Kirchen, Brücken und SpitalGrauenvoll im Zwielicht stehen.Blutbefleckte Linnen blähenSegel sich auf dem Kanal
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 13, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Winterdämmerung“, Fassung 2.555.746 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.