Die Züge
Georg Heym · 1887–1912
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1911
Rauchwolken, rosa, wie ein Frühlingstag,Die schnell der Züge schwarze Lunge stößt,Ziehn auf dem Strom hinab, der riesig flößtEisschollen breit mit Stoß und lautem Schlag.
Der weite Wintertag der NiederungGlänzt fern wie Feuer rot und Gold-KristallAuf Schnee und Ebenen, wo der FeuerballDer Sonne sinkt auf Wald und Dämmerung.
Die Züge donnern auf dem Meilendamme,Der in die Wälder rennt, des Tages Schweif.Ihr Rauch steigt auf wie eine Feuerflamme,
Die hoch im Licht des Ostwinds Schnabel zaust,Der, goldgefiedert, wie ein starker Greif,Mit breiter Brust hinab gen Abend braust.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Der ewige Tag. S. 8, 1. Auflage, Rowohlt, Leipzig, 1911
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Die Züge“, Fassung 2.200.116 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.
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