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Versbuch

Herbstmorgen

Theodor Fontane · 18191898

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905

Die Wolken ziehn, wie Trauergäste,Den Mond still-abwärts zu geleiten,Der Wind durchfegt die starren Aeste,Und sucht ein Blatt aus beßren Zeiten.

Schon flattern in der Luft die Raben,Des Winters unheilvolle Boten;Bald wird er tief in Schnee begrabenDie Erde, seinen großen Todten.

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite;Es bangt ihn vor des Eises Ketten,Drum stürzt er fort und sucht das WeiteAls könnt’ ihm Flucht das Leben retten.

Da mocht’ ich länger nicht inmittenSo todesnaher Oede weilen;Es trieb mich fort, mit hast’gen SchrittenDem flücht’gen Bache nachzueilen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 9, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Herbstmorgen (Fontane, 1905)“, Fassung 1.571.547 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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