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Versbuch

Thema

Frühlingsgedichte: 93 vollständige Texte, sieben bis 148 Zeilen

Hier stehen 93 Gedichte, in denen Frühling, Lenz, April oder Mai vorkommt, zwischen sieben und 148 Zeilen lang. Zu jedem Text nennt die Liste den Verfasser, die Zeilenzahl und die Druckausgabe, aus der die Fassung genommen ist. Wer schnell etwas für eine Karte braucht, liest zuerst die Spalte mit der Zeilenzahl: 21 Gedichte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus.

93 Gedichte von 32 Verfasserinnen und Verfassern · davon 21 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Frühling

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Der Bestand im Überblick, Auswahl nach Länge, Rechtslage

Dreiundneunzig Gedichte stehen unter diesem Stichwort, verteilt auf 32 Verfasserinnen und Verfasser. Die Zuordnung stammt von dieser Sammlung und nicht von den Druckausgaben; aufgenommen ist, worin Frühling, Lenz, April oder Mai vorkommt. Am häufigsten vertreten ist Heinrich Heine mit zwölf Texten, dann Theodor Fontane mit elf, Rudolf Lavant mit zehn, Louise Otto-Peters mit neun. Heinrich Kämpchen und Rainer Maria Rilke steuern je sechs bei, Joachim Ringelnatz vier, Kurt Tucholsky, Wilhelm Müller und Friederike Brun je drei, Eduard Mörike, Karl Streckfuß, Gustav Schwab und Alfred Henschke je zwei. Achtzehn weitere Verfasser sind mit genau einem Gedicht vertreten.

Die Längen reichen von sieben bis 148 Zeilen; in der Mitte des Bestands liegen 25 Zeilen. Neun Gedichte haben fünf bis acht Zeilen, zwölf haben neun bis zwölf, zwanzig liegen zwischen dreizehn und zwanzig Zeilen, achtundzwanzig zwischen einundzwanzig und vierzig, einundzwanzig zwischen einundvierzig und achtzig, drei darüber. Der größte Block liegt also im mittleren Bereich, und nichts in diesem Bestand ist kürzer als sieben Zeilen. Wer nach Länge auswählt, hat damit die ganze Verteilung vor sich und muss nicht raten, wie viel Text ihn hinter einem Titel erwartet.

Die Titelliste auf dieser Seite führt 70 der 93 Gedichte auf; über die übrigen 23 sagt sie nichts. Schon unter den aufgeführten heißen sieben schlicht „Frühling“ – bei Heine 18 Zeilen (1844), bei Fontane sechzehn (1905), bei Lavant neunundvierzig (1893), bei Frank Wedekind zwölf (1905), bei Marie Eugenie Delle Grazie fünfundzwanzig (1892), bei Ringelnatz zwanzig (1929), bei Rilke zwölf (1955). Dreimal lautet der Titel „April“: acht Zeilen bei Georg Heym (1911), vierzehn bei Wilhelm Müller (1906), dreißig bei Detlev von Liliencron (1901). Wer einen bestimmten Text sucht, geht deshalb besser über Verfasser und Zeilenzahl als über den Titel.

Ein Wort lässt sich durch die Druckjahre verfolgen: Lenz. Unter den hier aufgeführten Titeln tragen es fünf, ihre Druckjahre liegen zwischen 1804 und 1919. Karl Streckfuß’ „Der Lenz“ von 1804 hat vierzehn Zeilen und beginnt „Ein junger Lenz prangt auf der Flur umher,“. Conrad Ferdinand Meyers „Lenz Wanderer Mörder Triumphator“ von 1882 zählt neunundvierzig Zeilen, Georg Weerths „Freund Lenz“ von 1886 achtundvierzig, Heinrich Kämpchens „Lenz“ von 1909 zweiunddreißig. Kurt Tucholskys „Der Lenz ist da!“ von 1919 hat vierundzwanzig Zeilen, erste Zeile „Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,“. Auch Christian Morgensterns achtzeiliges „Galgenbruders Frühlingslied“ setzt mit „Es lenzet auch auf unserm Spahn,“ ein.

Einundzwanzig Gedichte haben höchstens zwölf Zeilen – die Länge, die handschriftlich auf eine Klappkarte passt. Die kürzesten zählen sieben Zeilen, darunter drei Heine-Texte aus dem Druck von 1844: „Die schönen Augen der Frühlingsnacht“ geht weiter mit „Sie schauen so tröstend nieder:“, „Es hat die warme Frühlingsnacht“ mit „Die Blumen hervorgetrieben,“. Sieben Zeilen hat auch Rilkes „Will Dir den Frühling zeigen“ von 1898. Zehn Zeilen haben Eduard Mörikes „Citronenfalter im April“ von 1878, Anfang „Grausame Frühlingssonne,“, und Theodor Fontanes „An Lischen“, Anfang „Habe ein heitres, fröhliches Herz“. Beide Anfangszeilen stehen in der Liste; wer wählt, liest sie vorher.

Für eine Ansprache taugt die mittlere Länge: 48 der 93 Gedichte liegen zwischen dreizehn und vierzig Zeilen. Sechzehn Zeilen hat Fontanes „Frühling“ von 1905, das mit „Nun ist er endlich kommen doch“ anfängt; ebenso lang ist Heinrich Kämpchens „Frühlingstrauer“ von 1909, erste Zeile „Wenn der Frühling wiederkehret,“. Mörikes „Im Frühling“ von 1878 kommt auf fünfundzwanzig Zeilen und beginnt „Hier lieg’ ich auf dem Frühlingshügel:“. Liliencrons „April“ von 1901 hat dreißig. Bis etwa dreißig Zeilen hält eine Zuhörerschaft einen Vortrag ohne Textblatt aus; darüber empfiehlt sich ein gedrucktes Programm.

Am anderen Ende stehen drei Gedichte mit mehr als achtzig Zeilen. Das längste hat 148: Gustav Schwabs „Aprilreise“ aus dem Druck von 1828, deren erste Zeile in der Vorlage nur „1.“ lautet, die Nummer des ersten Abschnitts. Von Rudolf Lavant sind drei lange Mai-Titel aufgeführt – „Zum Mai 1891.“ mit siebenundfünfzig Zeilen (1891), „Unser Gruß zum 1. Mai.“ mit dreiundsiebzig (1894), „Das Lied vom ersten Mai.“ mit fünfundsechzig (1899). Kurt Tucholskys „Der erste Mai“ von 1919 hat sechsunddreißig Zeilen; über dem Text steht in der Vorlage „Von Theobald Tiger“, eines der Pseudonyme, unter denen Tucholsky veröffentlichte.

Das Jahr neben jedem Titel ist das Druckjahr der benutzten Ausgabe, nicht das Jahr der Entstehung. Es reicht in diesem Bestand von 1758 bis 1981, und keiner der 93 Texte steht ohne Jahresangabe da. Der Schwerpunkt liegt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: 22 Gedichte tragen ein Druckjahr aus den 1890er Jahren, 20 aus den 1900ern, neun aus den 1840ern. Dass daneben Jahre wie 1955, 1979 und 1981 auftauchen, hat denselben Grund – dort ist eine spätere Ausgabe die Vorlage. Das älteste Druckjahr gehört Christian Felix Weißes „Die Annäherung des Frühlings“: 32 Zeilen, 1758, Anfang „Schon ist er bald entflohen,“.

Rechtlich ist die Lage einfach. Alle Verfasser dieser Sammlung sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, das Urheberrecht ist damit nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen. Die Gedichte dürfen kopiert, gedruckt, verändert, vertont und auch kommerziell genutzt werden, ohne Erlaubnis und ohne Gebühr. Nicht frei sind Übersetzungen und neuere Bearbeitungen: Sie gelten nach § 3 UrhG als eigenes Werk. Beim Abtippen bleibt die Vorlage stehen – „Citronenfalter“ mit C ist Mörikes Schreibung, und der Apostroph in Kämpchens Zeile „Nun schau’ ich euch wieder im sonnigen Strahl,“ gehört dazu. Wer kürzt, kürzt an der Strophengrenze und schreibt dazu, dass es ein Auszug ist.