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Versbuch

Zum 18. März

Heinrich Kämpchen · 18471912

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Und wiederum erwachenIn dieser MärzennachtDie alten Toten HeldenDer Barrikadenschlacht. –

Es hält sie nicht die DeckeUnd nicht der Stein der Gruft,Sie steigen aus den Gräbern,Sie wittern Märzenluft.

Und sind auch hohl die Augen,Die Lippen stumm und blaß,Es spricht, es glüht aus ihnenNoch heiß von Lieb’ und Haß. –

Von Liebe für die Freiheit,Wofür das Herze brach,Von Haß der UnterdrückungUnd ungesühnter Schmach. –

Doch aus den Augen funkeltAuch noch ein and’rer Strahl,Der Dolchesblick Verachtung,Scharf wie geschliff’ner Stahl. –

Und von den Lippen grollet’sVernehmbar durch die Nacht:Fluch unsern EpigonenUnd ihrer Niedertracht!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 121, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Zum 18. März (Kämpchen)“, Fassung 3.467.097 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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