An meine Freundinn Charlotte, Gräfin von Dernath, geborne Bernstorf
Friederike Brun · 1765–1835
26 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1795
Anmeine Freundinn Charlotte,Gräfin von Dernath,geborne Bernstorf.
(In Musick gesezt von Hrn. Kapellmeister Schulze).
Lieblich stralt der Abendthau,Nach des Tages Schwüle;Freundlich glänzt die Blumenau,In des Morgens Kühle:Höher noch, als Frühlingslust,Hebst du, Freundschaft, meine Brust.Selig, dir zu leben!
In der Jugend WonnekranzStralte deine Blüte;Keine Freude war es ganz,Die von dir nicht glühte.Lottchen! Lottchen! unser HerzTheilte Wonne, theilte Schmerz.Selig wer so liebet!
Jugend welkt, der Lenz entfleucht;Freundschaft bleibet immer;Nicht, wie Erdenglück, entweichtSie mit Freud’ und Schimmer.Freudig ruf’ ich, wann einst Noth,Schmerz und Seelenleid mir droht:„Freundinn! Freundschaft tröstet!„
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 75–76, Orell, Gessner, Füssli & Comp., Zürich, 1795
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An meine Freundinn Charlotte, Gräfin von Dernath, geborne Bernstorf“, Fassung 1.101.501 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Friederike Brun starb 1835; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1905 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118516051 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.