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Versbuch

Frühling hinter Bad Nauheim

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1933

Zwei Eier, ein Brötchen, ein Hut und ein Hund –.Am Himmel die weiße Watte,Die ausgezupftDen Himmel ohne HintergrundSo ungebildet übertupft,Erzählt mir, was ich hatte.

Erzählt mir, was ich war.Ich hatte, was ich habe.Aber was weiß ich, was ich bin?!Genau so dumm und vierzig Jahr?Ich fliege, ein krächzender Rabe,Über mich selber hin.

Ich bin zum Glück nicht sehr gesundUnd – Gott sei Dank –Auch nicht sehr krank.

Der Wind entführt mir meinen Hund.Die Eier, der Kognak, das BrötchenSchmecken heute besonders gut:Und siehe da: mein alter HutMacht Männchen und gibt Pfötchen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
103 Gedichte, S. 75–76, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
Digitalisat
de.wikisource.org — „Frühling hinter Bad Nauheim“, Fassung 3.026.671 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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