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Versbuch

Herbst

Nikolaus Lenau · 18021850

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1857

Nun ist es Herbst, die Blätter fallen,Den Wald durchbraust des Scheidens Weh;Den Lenz und seine NachtigallenVersäumt’ ich auf der wüsten See.

Der Himmel schien so mild, so helle,Verloren ging sein warmes Licht;Es blühte nicht die Meereswelle,Die rohen Winde sangen nicht.

Und mir verging die Jugend traurig,Des Frühlings Wonne blieb versäumt;Der Herbst durchweht mich trennungschaurig,Mein Herz dem Tod entgegenträumt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 72, 1, J. G. Cotta, 1857
Digitalisat
de.wikisource.org — „Herbst (Lenau)“, Fassung 1.351.176 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Nikolaus Lenau starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118571508 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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