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Versbuch

Nicht! Noch nicht!

Kurt Tucholsky · 18901935

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Ein leichter Suff umnebelt die Gedanken.Verdammt! Der Frühling kommt zu früh.Der Parapluiesteht tief im Schrank – die Zeitbegriffe schwanken.

Was wehen jetzt die warmen Frühlingslüfte?Ein lauer Wind umsäuselt stillmich im April –die Nase schnuppert ungewohnte Düfte.

Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter!Und wie ein dicker Bär sich murrend schleckt,zu früh geweckt,so zieh ich mich zurück und träume Winter.

Ich bin zu schwach. Ich will am Ofen hocken –die Animalität ist noch nicht wach.Ich bin zu schwach.Laternenschimmer will ich, trübe Dämmerung und dichte Flocken.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 67, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Nicht! Noch nicht!“, Fassung 3.790.829 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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