Wie die Tage macht der Frühling
Heinrich Heine · 1797–1856
19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844
Auch die Nächte mir erklingen;Als ein grünes Echo kann erBis in meine Träume dringen.
Nur noch mährchensüßer flötenDann die Vögel, durch die LüfteWeht es sanfter, sehnsuchtwilderSteigen auf die Veilchendüfte.
Auch die Rosen blühen röther,Eine kindlich güldne GlorieTragen sie, wie EngelköpfchenAuf Gemälden der Historie –
Und mir selbst ist dann, als würd’ ichEine Nachtigall und sängeDiesen Rosen meine Liebe,Träumend sing’ ich Wunderklänge –
Bis mich weckt das Licht der Sonne,Oder auch das holde LärmenJener and’ren Nachtigallen,Die vor meinem Fenster schwärmen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Neue Gedichte. Seite 46-47, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wie die Tage macht der Frühling“, Fassung 1.677.742 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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