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Versbuch

Aus einem April

Rainer Maria Rilke · 18751926

14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Wieder duftet der Wald.Es heben die schwebenden Lerchenmit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;zwar sah man noch durch die Aeste den Tag, wie er leer war,-aber nach langen, regnenden Nachmittagenkommen die goldübersonntenneueren Stunden,vor denen flüchtend an fernen Häuserfrontenalle die wundenFenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiserüber der Steine ruhig dunkelnden Glanz.Alle Geräusche ducken sich ganzin die glänzenden Knospen der Reiser.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 10, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Aus einem April“, Fassung 2.354.841 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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