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Versbuch

Der Abschied

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1789

Laß mein Aug’ den Abschied sagen,Den mein Mund nicht nehmen kann!Schwer, wie schwer ist er zu tragen!Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser StundeSelbst der Liebe süßtes Pfand,Kalt der Kuß von deinem Munde,Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,O wie hat es mich entzückt!So erfreuet uns ein Veilchen,Das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,Keine Rose mehr für dich.Frühling ist es, liebes Fränzchen,Aber leider Herbst für mich!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Schriften. Achter Band, G. J. Göschen. 1789. Seite 112, G. J. Göschen, 1789
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Abschied“, Fassung 2.573.874 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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