Zum Inhalt springen
Versbuch

Thema

Tiergedichte: 82 Texte von vier bis 543 Zeilen

Zweiundachtzig Gedichte dieser Sammlung sind Tieren zugeordnet, das kürzeste mit vier, das längste mit 543 Zeilen. Verfasser und Zeilenzahl stehen neben jedem Titel, das Druckjahr bei allen bis auf eines, sodass sich vor dem Öffnen abschätzen lässt, ob ein Text für eine Karte, eine Rede oder eine Schulstunde die richtige Länge hat.

82 Gedichte von 27 Verfasserinnen und Verfassern · davon 10 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Tiere

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Was in diesem Bestand steht – und wie man daraus wählt

Zweiundachtzig Gedichte, 27 Verfasserinnen und Verfasser: Das ist der Umfang. Die Zuordnung entsteht aus den Wörtern der Gedichte selbst – Nachtigall, Gaul, Katze, Schmetterling – und ist die Ordnung dieser Sammlung, keine Angabe der Druckausgaben; deshalb steht hier auch manches, was man unter diesem Stichwort nicht zuerst suchen würde. Theodor Fontane ist mit dreizehn Texten am häufigsten vertreten, Heinrich Heine mit elf, Joachim Ringelnatz mit acht, Christian Fürchtegott Gellert mit sieben, Rudolf Lavant mit vier. Je drei stammen von Louise Otto-Peters, Christian Felix Weiße, Rainer Maria Rilke, Karl Kraus und Gustav Schwab, je zwei von Wilhelm Busch, Alfred Henschke, Friedrich Schiller, Heinrich Kämpchen, Kurt Tucholsky, Ada Christen und Conrad Ferdinand Meyer. Zehn Verfasser sind mit einem einzigen Text vertreten.

Die Spannweite der Länge ist groß: vier Zeilen das kürzeste Gedicht, 543 das längste, 34 Zeilen die Mitte. Ein Text bleibt bei höchstens vier Zeilen, einer liegt zwischen fünf und acht, acht zwischen neun und zwölf – zusammen zehn Gedichte mit höchstens zwölf Zeilen. Fünfzehn haben dreizehn bis zwanzig Zeilen, neunzehn einundzwanzig bis vierzig, zwanzig einundvierzig bis achtzig, und achtzehn kommen über achtzig Zeilen hinaus. Fast die Hälfte des Bestands liegt damit jenseits von vierzig Zeilen; kurze Texte sind hier die Ausnahme und lohnen den Blick in die Zeilenspalte.

Der älteste Druck trägt das Jahr 1742: Gellerts „Das Pferd und die Bremse“ mit 26 Zeilen, beginnend „Ein Gaul, der Schmuck von weissen Pferden,“. Sechs von Gellerts sieben Texten sind in der Titelliste aufgeführt, fünf davon aus der Ausgabe von 1769 – „Der Kukuk“ mit sechzehn Zeilen, „Die Lerche“ mit einundzwanzig, „Die Nachtigall und der Kukuk“ mit siebenundzwanzig, „Der Zeisig“ mit einunddreißig und „Die Nachtigall und die Lerche“ mit einundvierzig. Diese sechs bleiben alle zwischen sechzehn und einundvierzig Zeilen. Was der siebte Gellert-Text enthält, steht nicht in dieser Liste; sie führt 70 der 82 Gedichte auf.

Von den elf Heine-Texten sind neun aufgeführt, fünf davon mit dem Druckjahr 1844. „Der Schmetterling ist in die Rose verliebt“ zählt elf Zeilen und geht weiter mit „Umflattert sie tausendmahl,“; „Im Anfang war die Nachtigall“ hat neunzehn und setzt fort mit „Und sang das Wort: Züküht! Züküht!“. Ebenfalls neunzehn Zeilen haben „Sie floh. vor mir wie’n Reh so scheu“ und „Wie die Tage macht der Frühling“, zweiundzwanzig hat „Entartung“. Aus dem Druck von 1827 stammen „Die Linde blühte, die Nachtigall sang“ mit sieben Zeilen und „Der Hirtenknabe“ mit achtundzwanzig. Bei „Der tugendhafte Hund“, 51 Zeilen, fehlt das Druckjahr – der einzige Text dieses Bestands ohne Jahresangabe.

Zehn der 82 Gedichte bleiben bei höchstens zwölf Zeilen. Das kürzeste hat vier: Gotthold Ephraim Lessings „Das Pferd Friedrich Wilhelms auf der Brücke zu Berlin“, Anfang „Ihr bleibet vor Verwundrung stehn,“, nach einer Ausgabe von 1982. Christian Felix Weißes „Damon und Doris“ von 1758 hat zehn Zeilen, sein „Der Hund“ elf, „Der Vogel im Sprenkel“ zwölf. Elf Zeilen zählen Wilhelm Buschs „Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“ von 1874, das mit „Er flattert sehr und kann nicht heim.“ weitergeht, und Ringelnatz’ „Großer Vogel“ von 1935, Anfang „Die Nachtigall ward eingefangen,“. Auf zwölf Zeilen kommen Justinus Kerners „An den Hund des Todten“ von 1878 und Rilkes „Der Hund“ von 1918.

Zwischen dreizehn und vierzig Zeilen liegen 34 Texte, die Gruppe für eine Rede oder einen Vortrag am Tisch. Georg Trakls „Verfall“ von 1913 und Fontanes „Was mir gefällt“ von 1905 haben je vierzehn Zeilen, Karl Kraus’ „Grabschrift für ein Hündchen“ von 1920 fünfzehn, Rilkes „Schwarze Katze“ von 1918 achtzehn, Alfred Henschkes „Zu Amsterdam“ von 1927 zwanzig, Fontanes „Die drei Raben“ von 1905 ebenfalls zwanzig. Wilhelm Buschs „Hund und Katze“ hat zweiunddreißig Zeilen und beginnt „Miezel, eine schlaue Katze,“. Vor der Entscheidung lohnt sich eine kurze Rechnung, wie lange das gesprochen dauert – auf dem Papier täuscht die Länge.

Achtzehn Gedichte gehen über achtzig Zeilen hinaus. Von Fontane sind fünf davon aufgeführt: „Sir Walter Raleigh’s letzte Nacht“ mit 151 Zeilen (1905), „Chevy-Chase oder die Jagd im Chevy-Forst“ mit 179 (1905), „Chevy-Chase“ mit 195 (1851), „Sittah, die Zigeunerin“ mit 196 (1851) und „Robin Hood“ mit 242 (1905). Schillers „Pegasus im Joche“ hat 92 Zeilen (1852), Heines „Waldeinsamkeit“ 156 (1851). Das längste Stück ist Richard Dehmels „Die beiden Schwestern“ von 1893 mit 543 Zeilen; als erste Zeile steht dort „Ethische Burleske.“. Solche Texte füllen einen eigenen Programmpunkt, oder man nimmt eine Strophe daraus.

Wer eine Strophe herausnimmt, schreibt dazu, dass es ein Auszug ist; eine Zeile genügt: „aus: Theodor Fontane, Chevy-Chase (1851), erste Strophe“. Vier Zeilen aus einem Gedicht von 195 sind etwas anderes als ein Vierzeiler, und wer später den vollständigen Text sucht, merkt den Unterschied sofort. Für Auslassungen mitten im Text setzt man die Auslassungspunkte in eckige Klammern und vermerkt sie in derselben Angabe. Das Jahr neben dem Titel bezeichnet übrigens die benutzte Druckausgabe, nicht die Entstehungszeit; deshalb stehen hier auch Jahre wie 1960 und 1982.

Die Druckjahre reichen von 1742 bis 1982, mit einem Schwerpunkt in den 1900er Jahren – fünfzehn Texte – und den 1920ern mit elf. Die alten Schreibungen sind keine Tippfehler, sondern die Form der Vorlage: Bei Gellert steht 1742 „weissen“ mit doppeltem s, die Überschrift von 1769 lautet „Der Kukuk“, Heine schreibt 1844 „tausendmahl“ mit h. Solche Formen bleiben beim Abschreiben stehen. Alle Verfasser sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, das Urheberrecht ist nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen; Übersetzungen und neuere Bearbeitungen sind es nicht, sie gelten nach § 3 UrhG als eigene Leistung. Eine Quellenangabe ist keine Pflicht mehr, aber gute Praxis: „Christian Fürchtegott Gellert: Der Zeisig. Druck von 1769.“