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Versbuch

Der Bauer (Späte Fassung)

Gottfried August Bürger · 17471794

20 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1789

Der Bauer.

An seinen Durchlauchtigen Tyrannen.

Wer bist du, Fürst, daß ohne ScheuZerrollen mich dein Wagenrad,Zerschlagen darf dein Roß?

Wer bist du, Fürst, daß in mein FleischDein Freund, dein Jagdhund, ungebläutDarf Klau’ und Rachen hau’n?

Wer bist du, daß, durch Saat und Forst,Das Hurrah deiner Jagd mich treibt,Entathmet, wie das Wild? –

Die Saat, so deine Jagd zertritt,Was Roß, und Hund, und Du verschlingst,Das Brot, du Fürst, ist mein.

Du Fürst hast nicht, bey Egg’ und Pflug,Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.Mein, mein ist Fleiß und Brot! –

Ha! du wärst Obrigkeit vor Gott?Gott spendet Segen aus; du raubst!Du nicht von Gott, Tyrann!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. Theil 1. Seite 98–99, Johann Christian Dieterich, Göttingen, 1789
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Bauer“, Fassung 4.706.202 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gottfried August Bürger starb 1794; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1864 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517104 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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