Was mir gefällt
Theodor Fontane · 1819–1898
14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Du fragst: „ob mir in dieser WeltUeberhaupt noch ’was gefällt?“Du fragst es und lächelst spöttisch dabei.
„Lieber Freund, mir gefällt noch allerlei:Jedes Frühjahr das erste Thiergartengrün,Oder wenn in Werder die Kirschen blühn,Zu Pfingsten Kalmus und Birkenreiser,Der alte Moltke, der alte Kaiser,Und dann zu Pferd, eine Stunde später,Mit dem gelben Streifen der „Halberstädter“;Kuckuksrufen, im Wald ein Reh,Ein Spaziergang durch die Läster-Allee,Paraden, der Schapersche GoethekopfUnd ein Backfisch mit einem Mozartzopf.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 52, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Was mir gefällt“, Fassung 1.526.043 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.