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Versbuch

Vor der Schallplatte eine Katze

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Können Töne kratzen?Können Kratzer tönen?

Frage doch die schönenKatzen.

Hörtest sonderbaresKinderweinen in der Nacht.Hast das Fenster aufgemacht.Und? — — Die Katze war es.

Kann das Ohr sich täuschenWie der Blick.

Plötzlich: Aus GeräuschenWird Musik.

Welche Laute stören?Welche siegen unbedingt?

Was wohl Katzen hören,Wenn Caruso singt?

Über kurz od über langWerden sie sich finden,Künstlerisch verbinden:Katzmiau und Menschensang.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 87, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Vor der Schallplatte eine Katze“, Fassung 3.026.906 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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