Thema
Herbstgedichte – 69 Texte, gedruckt zwischen 1758 und 1960
Neunundsechzig Gedichte dieser Sammlung sind dem Herbst zugeordnet, jedes vollständig und mit der Druckausgabe, aus der es stammt. Das kürzeste hat sechs Zeilen, das längste 81, in der Mitte liegen achtzehn; siebzehn Texte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus. In der Liste stehen zu jedem Gedicht Verfasser, Zeilenzahl und Druckjahr, damit die Auswahl nicht erst beim Lesen beginnt.
69 Gedichte von 23 Verfasserinnen und Verfassern · davon 17 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Herbst
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- HerbstmorgenHeinrich Kämpchen · 7 Zeilen
- HerbstOtfried Krzyzanowski · 8 Zeilen
- HerbststimmungRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- Im HerbstRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- Im HerbstTheodor Fontane · 8 Zeilen
- HerbstRainer Maria Rilke · 9 Zeilen
- NebelAlfred Henschke · 9 Zeilen
- Herbst im FlußJoachim Ringelnatz · 10 Zeilen
- HerbstNikolaus Lenau · 12 Zeilen
- HerbstblumenFriedrich Rückert · 12 Zeilen
- HerbstschöneHeinrich Kämpchen · 12 Zeilen
- HerbsttagRainer Maria Rilke · 12 Zeilen
- Im HerbstGeorg Trakl · 12 Zeilen
- Verklärter HerbstGeorg Trakl · 12 Zeilen
- Ende des HerbstesRainer Maria Rilke · 14 Zeilen
- HerbstgefühlPaul Boldt · 14 Zeilen
- HerbstparkPaul Boldt · 14 Zeilen
- Kirchenbesuch am 18. Oktober 1814Gustav Schwab · 14 Zeilen
- Das gelbe Laub erzittertHeinrich Heine · 15 Zeilen
- Ein HerbstabendGeorg Trakl · 15 Zeilen
- Herbst in der BodegaJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- HerbstgefühlJohann Wolfgang von Goethe · 16 Zeilen
- HerbstmorgenTheodor Fontane · 16 Zeilen
- Im HerbstWilhelm Busch · 16 Zeilen
- Lied im HerbstAlfred Henschke · 16 Zeilen
- HerbstJoachim Ringelnatz · 17 Zeilen
- NebelLouise Otto-Peters · 18 Zeilen
- Der HerbstChristian Felix Weiße · 19 Zeilen
- Der Herbstwind rüttelt die BäumeHeinrich Heine · 19 Zeilen
- HerbstHeinrich Kämpchen · 20 Zeilen
- HerbstklageHeinrich Kämpchen · 20 Zeilen
- NovemberHeinrich Kämpchen · 20 Zeilen
- Schöner HerbstKurt Tucholsky · 20 Zeilen
- HerbstmorgenTheodor Fontane · 21 Zeilen
- Im NebelPaul Haller · 24 Zeilen
- Der klare HerbstFriedrich Rückert · 25 Zeilen
- HerbstRudolf Lavant · 25 Zeilen
- HerbstGeorg Heym · 28 Zeilen
- HerbstentschlussNikolaus Lenau · 28 Zeilen
- Berliner HerbstKurt Tucholsky · 31 Zeilen
- Der bleiche, herbstliche HalbmondHeinrich Heine · 31 Zeilen
- Gang durch den herbstlichen WaldAlfred Henschke · 32 Zeilen
- Der 6. November 1632Theodor Fontane · 41 Zeilen
- Zum 18. Oktober 1814Gustav Schwab · 44 Zeilen
- Im Oktober 1849Heinrich Heine · 56 Zeilen
- Im Oktober 1849Heinrich Heine · 62 Zeilen
- Liebesfrühling im HerbstRudolf Lavant · 81 Zeilen
- SeptembermorgenEduard Mörike · 6 Zeilen
- Verdroß’nen Sinn im kalten Herzen hegendHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ueber die HaideTheodor Storm · 8 Zeilen
- Der SchnellzugPaul Boldt · 14 Zeilen
- Die StadtTheodor Storm · 15 Zeilen
- Die LindeChristian Felix Weiße · 17 Zeilen
- Die RuhigenGeorg Heym · 17 Zeilen
- GrodekGeorg Trakl · 18 Zeilen
- Kennst du das Land, wo die Citronen blühnJohann Wolfgang von Goethe · 20 Zeilen
- Am JahrestagTheodor Fontane · 25 Zeilen
- OktoberliedTheodor Storm · 25 Zeilen
- SylvesternachtRudolf Lavant · 25 Zeilen
- HastingsfeldTheodor Fontane · 30 Zeilen
- Im Kreislauf des Jahres.Rudolf Lavant · 41 Zeilen
- Im Kreislauf des Jahres.Rudolf Lavant · 49 Zeilen
- Im Kreislauf des Jahres.Rudolf Lavant · 49 Zeilen
- Das JahrRudolf Lavant · 60 Zeilen
- Im Kreislauf des Jahres.Rudolf Lavant · 61 Zeilen
- Die JahreszeitenRudolf Lavant · 66 Zeilen
- PfingstgedankenRudolf Lavant · 66 Zeilen
- Erst achtzehn JahrGeorg Weerth · 80 Zeilen
- Mein kleiner BubeRudolf Lavant · 80 Zeilen
Der Bestand im Einzelnen, und was bei der Auswahl hilft
Dreiundzwanzig Verfasserinnen und Verfasser teilen sich die 69 Gedichte. Am häufigsten steht Rudolf Lavant mit elf Texten. Es folgen Heinrich Heine und Theodor Fontane mit je sechs, Heinrich Kämpchen und Rainer Maria Rilke mit je fünf, Georg Trakl mit vier, dann Paul Boldt, Joachim Ringelnatz, Alfred Henschke und Theodor Storm mit je drei. Sieben weitere sind mit je zwei Gedichten vertreten, sechs mit einem einzigen. Die Zuordnung zum Thema stammt aus den Wörtern der Gedichte, nicht aus den Druckausgaben; sie ist die eigene Ordnung dieser Seite und sonst nirgends verbürgt.
Die Längen verteilen sich ungleichmäßig, und das ist für die Auswahl das Wichtigste. Fünfundzwanzig Gedichte liegen zwischen dreizehn und zwanzig Zeilen – das ist mit Abstand die größte Gruppe. Je dreizehn zählen 21 bis 40 und 41 bis 80 Zeilen. Neun bleiben zwischen neun und zwölf Zeilen, acht zwischen fünf und acht, und ein einziger Text überschreitet die achtzig: Rudolf Lavants „Liebesfrühling im Herbst“ von 1893 mit 81 Zeilen. Unter sechs Zeilen bleibt kein einziger Text. Das kürzeste Gedicht ist Eduard Mörikes „Septembermorgen“ von 1878 mit sechs Zeilen.
Siebzehn Gedichte bleiben bei höchstens zwölf Zeilen, und sie sind untereinander sehr verschieden. Auf sieben Zeilen kommen Kämpchens „Herbstmorgen“ von 1909, das mit „Leise tropft es von den Bäumen,“ anfängt, und Heines Gedicht von 1844, das den Titel „Verdroß’nen Sinn im kalten Herzen hegend“ trägt und mit „Reis’ ich verdrießlich durch die kalte Welt,“ weitergeht. Acht Zeilen haben Otfried Krzyzanowskis „Herbst“ von 1919, Fontanes „Im Herbst“ von 1851 mit „Es fällt das Laub wie Regentropfen“ und Storms „Ueber die Haide“ von 1889. Neun Zeilen misst Rilkes „Herbst“ von 1906: „Die Blätter fallen, fallen wie von weit,“.
Die Druckjahre reichen von 1758 bis 1960, doch sie verteilen sich nicht gleichmäßig über diese zwei Jahrhunderte. Siebenunddreißig der 69 Gedichte – mehr als die Hälfte – tragen ein Druckjahr aus den drei Jahrzehnten von 1890 bis 1919, davon je vierzehn aus den 1900er und den 1910er Jahren. Aus den 1750er Jahren stammen zwei Texte, beide von Christian Felix Weiße. Ein Druckjahr fehlt bei keinem einzigen Gedicht. Zu beachten ist dabei: verzeichnet ist das Jahr der hier benutzten Ausgabe, nicht das Jahr der Entstehung – Rilkes „Herbststimmung“ etwa erscheint mit 1955.
Beim Suchen und Weitergeben sind die Titel die größte Falle, denn sie wiederholen sich. „Herbst“ heißt hier gleich sieben Mal ein anderes Gedicht – bei Rilke, Lenau, Krzyzanowski, Heym, Lavant, Kämpchen und Ringelnatz. „Im Herbst“ steht vier Mal, bei Fontane, Rilke, Trakl und Busch; „Im Kreislauf des Jahres.“ vier Mal, alle vier von Rudolf Lavant; „Herbstmorgen“ drei Mal. Auch der Umfang folgt dem Titel nicht: Das kürzeste „Herbst“ hat acht Zeilen, das längste 28. Wer ein Gedicht weiterreicht, nennt darum Verfasser und Druckjahr dazu, sonst landet der Empfänger beim falschen Text.
Für eine Karte, eine Widmung oder ein paar Sätze am Grab stehen die siebzehn Texte unter dreizehn Zeilen zur Wahl; das kürzeste hat sechs. Ein Vierzehnzeiler wie Paul Boldts „Herbstpark“ von 1914 füllt schon eine halbe Seite und will vorgelesen werden. Für einen Gottesdienst, eine Feier oder eine Unterrichtsstunde liegen die 25 Gedichte zwischen dreizehn und zwanzig Zeilen am nächsten. Wer laut liest, geht den Text vorher einmal ganz durch – Zeilen, die auf dem Papier kurz aussehen, brauchen gesprochen oft länger, und Zeilenumbrüche wollen gehört werden.
Ein Blick in die Liste zeigt: Was dort als erste Zeile steht, ist nicht immer ein Vers. Bei Storms „Oktoberlied“ von 1889 ist es die mitgedruckte Überschrift „Octoberlied“, also dieselbe Wortform mit c statt k; bei Tucholskys „Berliner Herbst“ von 1929 die Widmung „Für Paul Graetz“, bei Fontanes „Der 6. November 1632“ die Herkunftsangabe „(Schwedische Sage.)“, bei Georg Heyms „Die Ruhigen“ von 1911 die Zueignung „Ernst Balcke gewidmet“ und bei Heines „Im Oktober 1849“ in der Fassung von 1851 die bloße Zählung „XVI.“. Der Vers beginnt in diesen Fällen erst danach. Wer aus der ersten Zeile zitiert, prüft das vorher am vollständigen Text.
Die alte Schreibung ist in aller Regel der Druck und kein Versehen. Goethe setzt 1827 „Fetter grüne, du Laub’,“ mit Apostroph, weil ein Buchstabe weggefallen ist; Heine schreibt 1844 „Verdroß’nen“ und „Reis’ ich“ nach demselben Muster. Storms Titel lautet „Ueber die Haide“ mit Ue, Ringelnatz’ „Herbst im Fluß“ mit ß, und Lavant beginnt 1902 mit „Blüthenschnee auf allen Zweigen,“. Diese Zeichen gehören zum Vers, sie halten sein Maß. Beim Abschreiben bleiben sie unverändert. Wer sie der heutigen Rechtschreibung angleicht, hat einen bearbeiteten Text vor sich und sollte das kenntlich machen.
Ein Auszug ist zulässig, auch aus einem Gedicht von achtzig Zeilen, und für eine Traueranzeige oft die einzige Möglichkeit. Wichtig ist die Kennzeichnung: „aus: Nikolaus Lenau, Herbstentschluss (1834)“, und wenn es eine einzelne Strophe ist, gehört auch das in diese Zeile. Alle Verfasser dieser Sammlung sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; ihr Urheberrecht ist nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen. Kopieren, vertonen, in ein Programmheft setzen, verkaufen – niemand muss gefragt werden. Nur Übersetzungen und neuere Bearbeitungen sind es nicht: an ihnen besteht ein eigenes Recht (§ 3 UrhG).