Zum Inhalt springen
Versbuch

Der Schnellzug

Paul Boldt · 18851921

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Es sprang am Walde auf in panischem Schrecke,Die gelben Augen in die Nacht geschlagen. —Die Weiche lärmt vom Hammerschlag der WagenVoll blanken Lärms, indes sie fern schon jagen

Im blinden Walde lauert an der StreckeDie Kurve wach. Es schwanken die Verdecke.Wie Schneesturm rennt der D-Zug durch die Ecke,Und tänzelnd wiegen sich die schweren Wagen.

Der Nebel liegt, ein Lava, auf den StädtenUnd färbt den Herbsttag grün. Auf weiter ReiseWandert der Zug entlang den Kupferdrähten.

Der Führer fühlt den Schlag der TriebradkreiseHinter dem Sternenkopfe des Kometen,Der zischend hinfällt über das Geleise.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 18, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Schnellzug“, Fassung 3.443.583 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Paul Boldt

Alle Gedichte von Paul Boldt ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.