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Versbuch

Ein Herbstabend

Georg Trakl · 18871914

15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1913

An Karl RöckDas braune Dorf. Ein Dunkles zeigt im SchreitenSich oft an Mauern, die im Herbste stehn,Gestalten: Mann wie Weib, Verstorbene gehnIn kühlen Stuben jener Bett bereiten.

Hier spielen Knaben. Schwere Schatten breitenSich über braune Jauche. Mägde gehnDurch feuchte Bläue und bisweilen sehnAus Augen sie, erfüllt von Nachtgeläuten.

Für Einsames ist eine Schenke da;Das säumt geduldig unter dunklen Bogen,Von goldenem Tabaksgewölk umzogen.

Doch immer ist das Eigne schwarz und nah.Der Trunkne sinnt im Schatten alter BogenDen wilden Vögeln nach, die ferngezogen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 53, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ein Herbstabend“, Fassung 3.685.487 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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