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Versbuch

Oktoberlied

Theodor Storm · 18171888

25 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1889

Octoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;Schenk’ ein den Wein, den holden!Wir wollen uns den grauen TagVergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,Unchristlich oder christlich,Ist doch die Welt, die schöne WeltSo gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz, –Stoß’ an, und laß es klingen!Wir wissen’s doch, ein rechtes HerzIst gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;Schenk’ ein den Wein, den holden!Wir wollen uns den grauen TagVergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,Doch warte nur ein Weilchen!Der Frühling kommt, der Himmel lacht,Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,Und ehe sie verfließen,Wir wollen sie, mein wackrer Freund,Genießen, ja genießen!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 3-4, 8. Ausgabe, Verlag der Gebrüder Paetel, Berlin, 1889
Digitalisat
de.wikisource.org — „Oktoberlied“, Fassung 366.581 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Storm starb 1888; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1958 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118618725 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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