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Versbuch

Herbststimmung

Rainer Maria Rilke · 18751926

8 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1955

Die Luft ist lau, wie in dem Sterbezimmer,an dessen Türe schon der Tod steht still;auf nassen Dächern liegt ein blasser Schimmer,wie der der Kerze, die verlöschen will.

Das Regenwasser röchelt in den Rinnen,der matte Wind hält Blätterleichenschau; –und wie ein Schwarm gescheuchter Bekassinenziehn bang die kleinen Wolken durch das Grau.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 35., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Herbststimmung“, Fassung 3.779.321 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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