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Versbuch

Herbst in der Bodega

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1934

Mich kitzelt was – nichts weibliches –Im linken Nasenloche.Ich habe ein unbeschreiblichesWundsehnen seit einer Woche.

Ich möchte in feuchter BuntblätternaturGerührt sein und Trauerndes dichten.Ich grüble. Doch was mir einfällt, sind nurGanz spaßhafte, dumme Geschichten.

Mein Sinn ist mild und mein Herz ist naß.Ich suche ein träumendes Märchen.Doch der Kellner lacht und mich kitzelt etwasIn der Nase. Wahrscheinlich ein Härchen.

Kein Weh ergreift mich. Jetzt muß ich sogarNoch über mich selber lachen. –Schluß Herz! Jetzt will ich das kleine HaarMit dem Finger unschädlich machen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 92–93, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
Digitalisat
de.wikisource.org — „Herbst in der Bodega“, Fassung 3.779.269 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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