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Versbuch

Thema

Gedichte über Freundschaft

Hier stehen 65 Gedichte, die von Freunden, Kameraden und Stammbüchern handeln, jedes vollständig und mit der Druckausgabe, aus der es stammt. Die Druckjahre reichen von 1658 bis 1960, die Längen von vier Zeilen bis 163; in der Mitte liegen 23. Fünfzehn Texte sind höchstens zwölf Zeilen lang und passen damit auf eine Karte.

65 Gedichte von 26 Verfasserinnen und Verfassern · davon 15 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Freundschaft

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Wie man aus diesen 65 Gedichten das passende aussucht

Sechsundzwanzig Verfasserinnen und Verfasser stehen hinter den 65 Texten, und einer ragt heraus: Joachim Ringelnatz mit vierzehn Gedichten. Danach kommen Gustav Schwab und Rudolf Lavant mit je sechs, Heinrich Heine mit vier, Wilhelm Busch und Christian Fürchtegott Gellert mit je drei. Neun weitere sind mit je zwei Gedichten vertreten – darunter Conrad Ferdinand Meyer, Friederike Brun, Ada Christen, Richard Dehmel und Kurt Tucholsky –, elf mit einem einzigen. Wer also nach Ringelnatz sucht, findet unter diesem Stichwort mehr als ein Fünftel des Bestands von ihm allein.

Die Längen gehen weit auseinander, und zwischen den Enden liegt der Faktor vierzig. Das kürzeste Stück, Friederike Bruns „Freundschaft und Liebe“ von 1795, hat vier Zeilen; das längste, Theodor Fontanes „Aus der Gesellschaft“ von 1905, hat 163. Die größte Gruppe bilden mit siebzehn Gedichten die Texte von 21 bis 40 Zeilen, dann folgen vierzehn mit 13 bis 20 und dreizehn mit 41 bis 80 Zeilen. Elf liegen zwischen neun und zwölf Zeilen, drei zwischen fünf und acht, und sechs Gedichte sind länger als achtzig Zeilen.

Die Zuordnung zum Thema stammt von dieser Sammlung, nicht von der Druckausgabe. Sie entsteht aus den Wörtern der Gedichte selbst – wo von Freunden, Kameraden oder Stammbüchern die Rede ist, landet ein Text hier. Das trifft mal enger, mal weiter. Conrad Ferdinand Meyers „Der Kamerad“ von 1882 zeigt, warum sich das Nachlesen lohnt: Der Text beginnt mit der Zeile „Mit dem Tode schloß ich Kameradschaft.“ Wer nur Stichwort und Überschrift kennt, weiß über 31 Zeilen noch nichts. Lesen Sie deshalb vor dem Abschreiben das ganze Gedicht.

Die Druckjahre reichen über drei Jahrhunderte, sind aber ungleich verteilt. Am Anfang steht ein einziger Text aus dem Jahr 1658, Andreas Gryphius’ „Vberschrifft an dem Tempel der Sterbligkeit“ mit vierzehn Zeilen; am Ende drei Gedichte mit dem Druckjahr 1960, alle drei von Wilhelm Busch. Dazwischen liegen die Schwerpunkte in den 1820er, den 1920er und den 1930er Jahren mit je neun Gedichten sowie in den 1900er Jahren mit acht. Aus den 1760er Jahren stammen fünf Texte. Kein Gedicht dieses Stichworts ist ohne Druckjahr verzeichnet.

Für Karten und kurze Widmungen kommen die fünfzehn Texte bis zwölf Zeilen in Frage. Heinrich Heine steuert 1827 zwei Siebenzeiler bei, „Theurer Freund, du bist verliebt“ und „Theurer Freund! Was soll es nützen“; beim ersten geht es weiter mit „Und dich quälen neue Schmerzen;“, beim zweiten mit „Stets das alte Lied zu leiern?“. Sieben Zeilen hat auch Ringelnatz’ „Die Freunde winken und lassen mich leben“ von 1910. Elf Zeilen misst Christian Morgensterns „Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen“ von 1914, zwölf Ada Christens „Dem fremden Freunde“ von 1870 und Franz Grillparzers „An einen Freund“ von 1932.

Wer vorliest, hat mehr Spielraum und braucht ihn auch. Gustav Schwabs „Auf Ludwig Uhlands Hochzeit“ von 1828 umfasst 36 Zeilen, ebenso viele Wilhelm Buschs „Die Freunde“, das mit „Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand,“ anfängt und dessen Druckjahr hier 1960 ist, also aus einer späten Ausgabe stammt. Ein Text dieser Länge dauert vorgelesen ungefähr zwei bis drei Minuten. Für eine Trauerrede kommen unter anderem Heinrich Kämpchens „Dem toten Freunde“ von 1909 mit 33 Zeilen und Meyers „Der Kamerad“ mit 31 in Betracht. Wer noch mehr Zeit hat, findet sechs Gedichte über achtzig Zeilen.

Zwei Titel kommen doppelt vor, und beide Male hilft nur die Zeilenzahl weiter. „An einen Freund“ heißt sowohl Grillparzers Zwölfzeiler von 1932 als auch Gustav Schwabs Gedicht von 1828 mit 28 Zeilen. „Freundschaft“ steht zweimal bei Joachim Ringelnatz, beide Male mit dem Druckjahr 1929: einmal mit elf, einmal mit achtzehn Zeilen. Bemerkenswert ist, womit diese beiden anfangen – als erste Zeile ist beim einen „Erster Teil“ verzeichnet, beim anderen „Zweiter Teil“. Wer eines der beiden weitergibt, schreibt Verfasser, Druckjahr und Zeilenzahl dazu.

Was in der Liste als Anfangszeile steht, ist also nicht in jedem Fall der erste Vers; oft ist es eine Widmung, eine Gliederung oder eine Vorbemerkung. Kämpchens „Dem toten Freunde“ von 1909 beginnt mit „(H. B ... r.)“, Schwabs „Gesellschaftslied auf dem Bodensee“ von 1828 mit der Angabe „Melodie: Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher etc.“, Tucholskys „Ein Deutschland!“ von 1919 mit „Von Theobald Tiger“. Ebenso wenig ist die alte Schreibung ein Versehen: Heines „Theurer“ mit eu und h, das „schloß“ bei Meyer, der Apostroph in „War’s wert, daß wir den Bann des Schweigens brachen,“ bei Morgenstern – so stand es im Druck, und so steht es hier.

Manchmal ist eine einzelne Strophe die bessere Wahl als das ganze Gedicht; auf einer Karte ist der Platz begrenzt. Das ist erlaubt, verlangt aber Ehrlichkeit: Schreiben Sie dazu, dass es sich um eine Strophe handelt, und nennen Sie das Gedicht, aus dem sie stammt. Rechtlich steht dem nichts entgegen – alle Verfasser sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, das Urheberrecht ist nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen. Abschreiben, drucken, vertonen, damit Geld verdienen: alles frei. Nur an Übersetzungen und neueren Bearbeitungen besteht ein eigenes Recht (§ 3 UrhG).