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Versbuch

Trügender Strahl

Otto Ernst · 18621926

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1907

Freundlicher Gefährte später Stunden,Kleiner Vogel, warum singst du nun?Nacht und Schlaf hat längst die Welt umwunden.Ließ die späte Lampe dich nicht ruhn?

Durch des Käfigs Hüllen wohl verirrteSich ein Strahl, der dir ins Auge drang,Und dein helles Stimmlein klang und schwirrte –Armer Freund! Der Morgen säumt noch lang.

Auch mein Mut erhob im Traum die Schwingen –Aber Nacht umhüllt’ mich schwer und dicht.Und mein Herz begann von selbst zu klingen – !Welchem Licht es sang – ich weiß es nicht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Siebzig Gedichte S. 41, 1. Auflage, L. Staackmann, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Trügender Strahl“, Fassung 2.912.735 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otto Ernst starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118682342 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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