Mein Freund, an einem Sonntagmorgen
Wilhelm Busch · 1832–1908
19 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt [1960]
Tät sich ein hübsches Rößlein borgen.Mit frischem Hemd und frischem Mute,In blanken Stiefeln, blankem Hute,Die Haltung stramm und stramm die Hose,Am Busen eine junge Rose,So reitet er durch die Alleen,Wie ein Adonis anzusehen.
Die Reiter machen viel Vergnügen,Wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen.
Nun kommt da unter sanftem KnarrenEin milchbeladner Eselskarren.Das Rößlein, welches sehr erschrocken,Fängt an zu trappeln und zu bocken,Und, hopp, das war ein Satz, ein weiter!Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter,Entfernt von seinem hohen Sitze,Platt auf dem Bauche in der Pfütze.
Die Reiter machen viel Vergnügen,Besonders, wenn sie drunten liegen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kritik des Herzens. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 2, S. 497, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Mein Freund, an einem Sonntagmorgen“, Fassung 3.779.716 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.
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